Kontakt an der kurzen Leine

HUNDEKONTAKT AN DER KURZEN LEINE – 8 Gründe die dagegensprechen


1. Der Hund zieht an der Leine

Hand aufs Herz: Welcher Sozialkontakt an der Leine findet denn an lockerer entspannter Leine statt? Richtig! So gut wie keiner…man bringt seinem Hund also bei das an der Leine ziehen ok ist und sogar noch zum Erfolg führt.
Somit versaut man sich damit auch die bisher mühsma antrainierte Leinenführung und das ist sehr schade und frustrierend.


2. Verletzungsgefahr

Allein schon das Ziehen an der Leine oder auch Hineinspringen in die Leine ist für den Hundekörper (und je nach Größe des Hundes auch für den Menschen) nicht das Gesündeste. Tatsächlich entsteht mit einem anderen Hund schnell mal ein richtiges Leinenchaos und dann schwups – ist die Leine um ein Beinchen geschlungen oder schneidet irgendwo ein und verursacht Schmerzen oder gar eine Verletzung.

Dies kann zu einer Fehlverknüpfung führen so dass der Hund andere Hunde mit Schmerzen verbindet und aggressiv auf andere Hunde reagiert.

 

3. Kommunikation im Vorfeld

Höffliche Annäherung unter Hunden geschieht meist in Bögen, dies ist jedoch and erleine seltenst der Fall.
Meistens streben beide Hunde mit nach dem gesammten Körper nach vorne gerichtet aufeinender zu und fixieren sich, das ist unhöflich unter Hunden bzw. schon der Ansatz des Aggressionsverhaltens.

Wieso sollte da dann noch eine entspannte Hundebegegnung erfolgen?

 

4. Hundekommunikation

Wer Hunde mit anderen Hunden ohne Leine kommunizieren sieht dem wird schon klar, warum das an der Leine nicht gut möglich ist.

Im Rahmen der Leine zu kommunizieren schränkt Hunde massiv ein. Die Möglichkeit zum Rückzug wird ihm durch die Leine genommen, dein Hund ist also gezwungen sich mit dem anderen Hund auseinander zu setzen – und da bleibt meist nur der Weg nach vorne. Somit zeigt der Hund schneller Aggressionsverhalten und entwickelt eventuell auch eine Leinenaggression.

Aussagen wie

„…und sie hatten sich noch so nett beschnüffelt und mit dem Schwanz gewedelt und auf einmal, ganz plötzlich, ohne Vorankündigung gab es eine Beisserei!“

An dieser Stelle möchte ich etwas sehr Wichtiges erwähnen:

Schwanzwedeln ist kein Zeichen von Freude!

Schwanzwedeln zeigt lediglich einen Erregungszustand an, dieser kann auch aggressiv gestimmt sein;)


5. Wer führt hier wen?

Man möchte zwar dass sich der Hund in möglichst allen Situationen führen lässt, dass er uns vertraut und dass er an unserer Seite entspannt ist, auch bei Begegnungen mit anderen Hunden?

Dann sollte man seinen Hund nicht nur an der Leine FÜHREN, sondern auch VERANTWORTUNG für ihn übernehmen – und diese nicht automatisch abgeben nur weil ein anderer Hund auftaucht. Wie soll er sich denn dann auf uns verlassen?

VERTRAUEN & SICHERHEITSBEREICH LEINE:

Wenn man den Kontakt an der Leine jedoch manchmal einfach zulässt, woher soll der Hund dann wissen, dass er mit dem einen Hund an der Leine Kontakt aufnehmen soll (also trotz Leine selbst verantwortlich ist), er aber den nächsten, der entgegen kommt, bitte links liegen lassen soll?

Ein Hund kann das nicht unterscheiden!


6. Die Erwartungshaltung

Er erwartet also mit JEDEM entgegenkommenden Hund erstmal, dass es „sein Job“ ist.

Was zwangsweise natürlich bedeutet: Sobald ein anderer Hund auftaucht, wird alles andere unwichtig, seine Aufregung steigt und der besitzer wird ausgeblendet – die volle Aufmerksamkeit gilt nur noch dem anderen Hund!

Der Hund wird es so regeln wie er denkt dass es richtig ist, im Zweifelsfall ist "Angriff immer noch die Beste Verteidigung"

Und Bingo, hier ist sie,

7. Die Leinenaggression

Denn sie hilft, schließlich hält das Theater an der Leine den anderen Hund auf Abstand.

Würden alle Hunde lernen, dass sie an der Leine nicht mit anderen Hunden kommunizieren sollen und müssen, wären Leinenaggressionen eine absolute Seltenheit und nicht eins der häufigsten Probleme aller Hundehalter.


7. Sozialkontakt ist wichtig

Richtig, guter angenehmer Sozialkontakt ist wichtig.
Aber lieber kein Sozialkontakt als schlechter Sozialkontakt. Aus all den aufgeführten Gründen können wir beim Leinenkontakt nicht gerade von gutem Sozialkontakt ausgehen, oder?

Zudem gibt es viele Situationen, in denen Sozialkontakt nicht möglich oder nicht erwünscht ist. Vielleicht hat der andere Hund Angst,möchte keinen Kontakt, ist krank, verletzt, läufig, Leinenaggressiv oder vielleicht hat der Besitzer gerade keine Zeit oder oder oder…


FAZIT

Es spricht also alles gegen den Leinenkontakt.
Es gibt viele gute Gründe dagegen, jedoch keinen einzigen Grund dafür!

 

Und ja, natürlich gibt es Ausnahmen:

Zum Beispiel den Hundekontakt an der Schleppleine, insofern die Leine nicht auf Spannung kommt.

 

Meine Empfehlung:

Bevor man seinen Hund mit einem entgegenkommenden Hund kommunizieren lässt nach Möglichkeit er ein Stückchen zusammen laufen bis sich die Hunde beruhigt und abgeschätzt haben.

Dann können die Hunde abgeleint werden und bleiben wesentlich entspannter, auch beim nächsten Hund:)

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